Mit vielen kleinen Schritten zum digitalen Master!

Autor: Alexander Disler

Viele Unternehmen machen sich zwar Gedanken über die digitale Weiterentwicklung, man investiert in neue Abläufe und Programme CRM, ERP, APP’s oder vieles mehr, vielfach bleibt es aber ein Flickwerk. Man beginnt im eigenen Unternehmen an verschiedenen Bereichen und Stellen.

Was per se nicht nur schlecht ist!

So sind viele Unternehmen in den Disziplinen CRM, Webseite, aber auch Online-Marketing gut aufgestellt. Möglicherweise macht man bereits auch Online-Werbung und pflegt die sozialen Medien mehr oder weniger. Es ist deshalb ein Flickwerk, da man den Fokus nicht auf das Gesamtbild des Unternehmens gerichtet hat.

Eine Auswertung der hwzdigital zeigt, wie es um den digitalen Reifegrad der Unternehmen bestellt ist. Dabei sind bloss 7 % der Unternehmen digitale Master.

Digitaler Reifegrad der Unternehmen, Schweiz 2017
Digitaler Reifegrad der Unternehmen in der Schweiz
Studie 04.01.2018 der HWZ Zürich – Digital Switzerland

Zwar ist man aktiv im digitalen Bereich, aber das Gesamtbild des Unternehmens, mit Geschäftsmodell, den Absatzstufen und Partnern hat man nicht im Blick. Aber genau dort macht es Sinn, etwas genauer hinzuschauen, da hier die grössten Posten der Transaktionskosten versteckt sind. Und dadurch auch das grösste Transformationspotential.

Um dieses zu schliessen, benötigt man eine stimmige Unternehmensstrategie und vorab eine aussagekräftige Vision. Eine Vision, die zeigt, wo man in Zukunft mit welchen Geschäftsmodell-Formen sein Wachstum, seine Rentabilität und damit seine Existenz sicherstellen will.

Deshalb ist es so wichtig, dass man einen deutlichen Schritt wagt! Beginnen Sie noch heute, aber wie?

Bild digitaler Master

Nachstehend ein erster Leitfaden mit 11 Punkten:

  1. Ausgangslage / Situationsanalyse
    Seien Sie sich bewusst, die Digitalisierung kann nicht Selbstzweck sein, sondern soll Prozesse effizienter abbilden, Probleme lösen, Kosten reduzieren, neue Werte schaffen oder Leistungen kundengerechter im Markt anbieten. Hierzu kann eine Klausurtagung, welche die gesamte Firma involviert, ein guter Lösungsansatz sein. Losgelöst vom Alltagsgeschäft und zunächst auch von der Machbarkeit können so neue Ansätze und Ideen gesammelt werden.
  2. Facts and Figures (Fakten und Zahlen) zusammentragen
    Ihr heutiges Unternehmen hat sicherlich schon einiges digitalisiert, bewusst oder unbewusst. Es sind möglicherweise schon viel mehr Daten elektronisch vorhanden, als man dies in der ersten Regung annimmt. So werden Sie sicherlich ein E-Mail-Programm einsetzen, ein ERP-System nutzen (oder ein anderes System), Dokumente (wie Word, Excel usw.) verwalten, Dokumente auf Servern lagern, ein CRM betreiben, ein PIM (siehe separaten Blog-Beitrag) einsetzen u. v. m. Diese «digitalen» Inseln müssen nun sinnvoll vernetzt werden, um dadurch ihre volle Leistungsfähigkeit zu erzielen. Die Durchgängigkeit der verschiedenen Daten ist das Ziel.
    Dabei geht es weniger um den Einsatz von neuen IT-Tools, sondern um eine clevere Verbindung zueinander
  3. Unternehmenskultur / Führungsstil / eigene Mitarbeiter
    Menschen machen den Erfolg – sei dies bei einer neuen Strategie, neuen Produktinnovationen oder einem neuen Geschäftsmodell-Ansatz. Die digitale Transformation verlangt eine neue Unternehmenskultur und einen neuen Führungsstil. Das Unternehmen sollte nicht von innen nach aussen gerichtet sein, sondern den Markt- und Kundenansatz verinnerlichen. Die Arbeit beginnt jedoch bei den Mitarbeitern, diese wissen viel mehr zu Kunden, Produkten, Problemen usw. als man als Management annimmt. Somit sind nicht (zusätzliche, neue) Technik/Technologien wichtig, sondern die Einbindung der bestehenden Mitarbeiter auf allen Stufen und Funktionen in die Veränderungsprozesse, dies macht man, indem man offen informiert und mitdiskutieren sowie entscheiden lässt.
    -> siehe auch Klausurtagung!
  4. Fokussierung
    Die low-hanging-fruits (d.h. die am leichtesten zu erreichenden Ziele) sollen fixiert und angegangen werden. Ist das erste (Teil-) Projekt erfolgreich umgesetzt, entsteht eine positive (innere) Unternehmensdynamik (Unternehmenskultur), sodass auch grössere Entwicklungsschritte angegangen werden können. Nichts ist motivierender als ein Erfolg, um auch eventuell bestehende interne Widerstände im Unternehmen zu reduzieren.
  5. In vielen Einzel-Schritten zum Erfolg!
    Gehen Sie bewusst in kleinen Schritten vor, dies ist immer besser als ein «Big-Bang», welcher möglicherweise ausschliesslich in der Geschäftsleitung erarbeitet wurde. Achten Sie aber auf das grosse Ganze, all die Teilschritte oder Teilprojekte sollen später ein «Gesamtbild» der Digitalisierung ergeben.
  6. Datenstruktur / Standards
    Durch die Digitalisierung werden in verschiedenen Datensilos Daten gesammelt (Big Data), welche aber in vielen Fällen unterschiedliche Strukturen/Standards aufweisen. Achten Sie deshalb schon früh auf einen (möglichen) problemlosen Datenaustausch zwischen den verschiedenen Datenstämmen. Durch Standards ermöglichen Sie einfache Schnittstellen (Siehe auch Verbindungsmuster), vereinfachen aber auch das methodische Verfahren.
  7. vorhandenes Wissen nutzen
    Besuchen Sie Seminare, Fachvorträge oder Kurse zum Thema, lesen Sie entsprechende Fachartikel in Zeitungen, abonnieren Sie Blogs u. v. m., oder zeigen Sie generell Interesse fürs Thema.
    Holen Sie sich Unterstützung bei Digitalisierungsprojekten von externen Partnern. Hierfür sprechen zwei gute Gründe: Der externe Partner vermittelt Ihnen einen externen Blick und Input auf Ihr Unternehmen und zweitens können Projekte in deutlich kürzerer Zeit effizient und nachhaltig umgesetzt werden. Der externe Partner sollte hierbei ein «Digitalisierungsexperte» sein und nicht ein Software- oder Hardwarelieferant.
  8. Visionen und Ziele
    Nur durch eine klar fixierte Unternehmens-Vision und entsprechende Ziele stellt man sicher, dass (Teil-) Projekte der Digitalisierung nicht zu einem «wilden Experimentierfeld» werden. Stellen Sie strukturiert sicher, dass all die neu entwickelten Ideen und Änderungen stufen- und unternehmensgerecht ins Tagesgeschäft einfliessen. Dabei sollen alle Ziele mit messbaren Massnahmen, einem Budget, einem Terminplan und der entsprechenden Verantwortlichkeit ergänzt werden.
  9. Ideenfindung
    Aufgrund der Globalisierung und der Digitalisierung unserer Gesellschaft werden alle Märkte und Branchen unter einen immer grösseren Verdrängungsmarkt kommen. Nur jene Unternehmen, welche echten (nachgefragten) Kundenwert bieten können, werden entsprechend nachhaltig überleben können. Es empfiehlt sich, für sein Unternehmen und für deren Produkte / Dienstleistungen eine der Managementmethoden, wie Value Innovation, Design Thinking oder ein Business Model Canvas, umsetzen. Für deren Umsetzung zieht man am besten einen entsprechenden Experten oder Coach bei.
  10. neues Geschäftsmodell
    Das alte, bisherige Geschäftsmodell wird nicht miteinander mit einem neuen, digitalen Ansatz  realisierbar sein. Zu viele gegensätzliche Strömungen wären bei einer solchen Realisierung im Unternehmen zu überbrücken, sodass es sich aufzwingt, dass Sie neben dem heutigen Geschäftsmodell ein neues digitales Geschäft aufbauen. Das neue Geschäft muss schneller, kreativer, agiler, offener und digitaler sein.
  11. Kontinuierliche Verbesserung
    Veränderung ist ein kontinuierlicher Prozess, dies trifft nicht nur auf die Digitalisierung zu. Dies ergibt laufend neue Potentiale, welche Unternehmen im Markt ausfüllen können. Durch eine strukturierte Feedback-Kultur aller Beteiligten lässt sich ein kontinuierlicher Lernprozess anstossen, sodass ein  permanentes Hinterfragen und Anpassen von Gewohntem oder Bewährten erfolgt. -> siehe auch Kaizen-Philosophie.

So werden Sie rasch ein digitaler Master und Profi!

 

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