Die heutige Angstkultur

Autor: Alexander Disler

Angst vor der digitalen Veränderung

Jede Veränderung, wie die der digitalen Transformation, kann bei Mitarbeiter, Führungskräften oder generell in Unternehmen zu Ängsten führen.
Dabei haben Ängste unterschiedliche Ausprägungen: dies kann Angst vor einem Unicorn in der Branche sein, Angst vor der künstlichen Intelligenz, Angst vor der Konkurrenz, Angst den Anschluss zu verpassen (Strategieausrichtung), Angst vor den (hohen) Investitionen, Angst vom wegbrechendem Umsatz, Angst um den eigenen Job, Angst vor Fehlern, Angst vor dem Chef, Angst vor Kontrollverlust, Angst vor Versagen und Scheitern, Angst vor Ablehnung, Angst vor Vertrauensmissbrauch oder Angst vor der Reorganisation. Diese Liste könnte beliebig verlängert werden.

Angst ist in vielen Unternehmen ein vorherrschendes Handlungsmotiv. Das Fatale daran ist, wo Ängste regieren ist Dienst nach Vorschrift normal, und zwar über alle Hierarchiestufen und Funktionen.
Zwar geschieht dadurch nicht viel, den Mitarbeitern kann ja nichts passieren. Wie Studien von Thinktanks 2bAhead zeigen, ist Angst ein gewichtiger Faktor im Unternehmen. Hier einige Resultate:

Die TOP3 der wichtigsten Innovationsverhinderer in der Wirtschaft sind demnach
1. Angst (52 %)
2. Macht (37 %)
3. Glauben (11 %)

… auf den Plätzen 4-8: Politik, Bürokratie, Bildungssystem, Datenschutz und finanzielle Unsicherheit. 

Angst: Mehr als ein Drittel der befragten Innovationschefs (35 %) geben sogar zu, dass sie selbst schon einmal eine Innovation aus Angst verhindert hätten. Wohlgemerkt: Dies sind keine der üblichen Bedenkenträger, sondern diejenigen Führungspersonen, die das Unternehmen angestellt hat, um Innovation zu befördern. 

Macht: Mehr als die Hälfte (54 %) der Mitarbeiter deutscher Unternehmen befürchten einen Machtverlust durch die Umsetzung von Innovationsprojekten. Hingegen erwarten nur 40 % einen Machtgewinn durch die Umsetzung von Innovationsprojekten. Und selbst unter den Vorständen erhoffen nur 41 % einen Machtgewinn durch Innovationen. Nur 10 % der Befragten geben an, dass in ihrem Unternehmen die Mehrheit der Innovationsideen die Hürde MACHT überwinden. Das bedeutet: In 90 % der Unternehmen scheitert die Mehrheit der Innovationsideen an der Hürde MACHT! 

 

Angst ist ein Killer von Leistung, Fortschritt und Ideen, denn die Angst festigt bestehendes und erhält die bestehenden Strukturen (Organisationen) und das Machtgefüge. Fakten spielen in einer solchen Situation keine grosse Rolle mehr. Angst blockiert Kreativität, Innovationsbereitschaft, aber auch Mitarbeiter und Innovationsträger – und somit den (zukünftigen) Erfolg des Unternehmens.

Dabei verlangen die Veränderungen in unserer heutigen Welt ein grösseres Mass an Kreativität und Innovationsbereitschaft.

Siehe auch der Blog-Beitrag: 6 Treiber der Digitalisierung
Siehe auch der Blog-Beitrag: Die 16 Megatrends der Schweiz im 2018

Kreativität kann nur in einem angstfreien Umfeld entstehen. Eine entsprechende Umgestaltung der Unternehmenspolitik und Unternehmenskultur und dem entsprechenden Führungsstil kann Anstoss sein.

Auch firmeninterne Klausurtagungen und interdisziplinäre Teams können ein angstfreies Umfeld schaffen. Dadurch beschäftigen sich die Mitarbeiter und Führungskräfte vermehrt mit den Pros und Contras, sind offener und ideenreicher, markt- und kundenorientierter (siehe auch Blog-Beitrag: Kundenorientierung – das A und O) und können so ihr Potenzial zum Interesse und Erfolg des Unternehmens und zur Veränderung einbringen.

Wann packen Sie es an? Für Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

 

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