Digitalen Erfolg – aber wie?

Autor: Alexander Disler

Wenn ich heute mit Unternehmensleitern spreche, spüre ich eine Mischung aus Angst vor der digitalen Transformation und einer ausgeprägten Aufbruchstimmung. Viele Unternehmen arbeiten bereits an «digitalen» Projekten oder auch anderen IT-Verbesserungen. Ich erlebe aber auch Unternehmen, welche bereits an neuen «digitalen Geschäftsmodellen», Ablaufprozessen und Produkten (IoT) arbeiten. Bei allen ist aber eines ausgeprägt, nämlich die Furcht, links oder rechts vom Mitbewerber oder einem Startup überholt zu werden. Diese Furcht ist sicherlich berechtigt, da die Digitalisierung vor allem die Werte Agilität, Schnelligkeit und Kreativität verbindet.

Bestehende Unternehmen und Organisationsformen sind jedoch träge. So träge, dass Änderungen nicht genügend schnell und auch nicht im notwendigen Umfang kreativ umgesetzt werden können.
Machen Sie sich bewusst, dass markante Veränderungen in allen Branchen anstehen und zu einem Strukturwandel auch in Ihrer Branche führen wird.

digitale Unternehmenskultur
Grafische Aufstellung der sich verändernden Unternehmenskultur vom klassischen Unternehmen zum digitalen Unternehmen
www.adigiconsult.ch

Deshalb sollten Sie sich für die Zukunft «fit» machen – dies ist nur möglich, wenn Sie 2-gleisig fahren.

«Gleis 1»: Das bestehende Geschäft (das vorhandene Geschäftsmodell) weiterhin pflegen und hegen, weil es die heutige Rentabilität sicherstellt.

«Gleis 2»: Ein neues Geschäftsmodell aufbauen und aktiv vorantreiben, selbst dann, wenn das neue Geschäft das bestehende Geschäft direkt konkurrenziert. Das neue Geschäftsmodell sichert jedoch die Erträge von morgen. Um ein neues Geschäftsmodell aufzubauen, muss man dieses vom bestehenden Geschäft trennen. Die Gründe dafür stehen in der Einleitung, denn ein bestehendes Geschäft weist die folgenden Merkmale auf:

  • stabile Teams, mit bestehenden eingeschliffenen Hierarchien und Strukturen
  • eine tiefe Veränderungsrate, mit einer meist prozessoptimierten Struktur und mit einer von innen nach aussen gerichteten Orientierung (Produktorientierung, anstelle von Kundenorientierung)
  • an einem Ort und mit vorgegebenen Absatzwegen, mit sehr hohen Transaktionskosten
  • eine schwache Vernetzung, mit wenigen (integrierten) Lieferanten oder Absatzpartnern
  • konstante Ziele, mit starren Vorgaben und Vorstellungen
  • mit einer zentralen Steuerung, mit vielen Regeln und Normen (z.B. Arbeitszeiten, Spesen usw.)

Damit das «Gleis 2», der Aufbau eines neuen Geschäftsmodells, funktioniert, benötigt man

  • wechselnde Teams
  • hohe Veränderungsrate
  • an mehreren Orten aktiv sein
  • eine hohe, starke Vernetzung
  • sich verändernde Ziele
  • und eine dezentrale Steuerung

Dies bedingt andere Mitarbeiter, andere Strukturen, offenere Kommunikationsformen, einen anderen Führungsstil, andere Prozesse und somit eine komplett andere Unternehmenskultur.

Nur so wird das «Gleis 2» die Quelle für neues (anderes) Wachstum und die Zugmaschine in die Zukunft für das bestehende Geschäft.
Die strategischen Erfolgspositionen bleiben jedoch gleich: Sie umschreiben die strategische Kernkompetenz zur Differenzierung und Positionierung des Unternehmens im Markt, bzw. sie sind besondere Fähigkeiten im Rahmen der Prozesskette, die es einem Unternehmen erlauben, im Vergleich zur Konkurrenz langfristig überdurchschnittliche Erfolge erzielen.

Die Art und Weise, wie Firmen erfolgreich arbeiten, wird sich in den nächsten Jahren mit der digitalen Transformation radikal verändern.

Weiterer Blog-Beitrag: Mit vielen kleinen Schritten zum digitalen Master!

Fragen zur Vorgehensweise? Gerne stehe ich Ihnen zur Verfügung!

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