FTA – Fault Tree Analysis

Die Fehlerbaumanalyse FTA (Fault Tree Analysis) ist ein deduktives, top-down orientiertes Verfahren der Zuverlässigkeits- und Sicherheitsanalyse technischer Systeme. Ziel ist es, die Ursachenstruktur eines definierten unerwünschten Ereignisses (Top-Ereignis), beispielsweise eines Systemausfalls, systematisch zu ermitteln und dessen Eintrittswahrscheinlichkeit quantitativ oder qualitativ zu bewerten.

Die Methode basiert auf der booleschen Algebra. Dabei werden logische Verknüpfungen wie UND- und ODER-Gatter verwendet, um Zusammenhänge zwischen einzelnen Fehlerursachen (Basisereignissen) und dem übergeordneten Systemausfall abzubilden. Auf diese Weise lässt sich transparent darstellen, welche Kombinationen von Einzelereignissen zum Ausfall führen können und welche Ereignisse besonders kritisch sind.

Neben der rein qualitativen Strukturierung erlaubt die FTA auch eine quantitative Analyse, indem Wahrscheinlichkeiten für Basisereignisse angesetzt und zur Berechnung der Ausfallwahrscheinlichkeit des Gesamtsystems kombiniert werden. Dadurch eignet sich die Methode insbesondere zur Identifikation kritischer Pfade, zur Bewertung von Redundanzen und zur Ableitung gezielter Massnahmen zur Risikoreduktion.

Die Fehlerbaumanalyse ist in verschiedenen sicherheitskritischen Branchen etabliert und in einschlägigen Normen und Richtlinien verankert. Beispiele sind die NUREG-0492 in der Nukleartechnik, Anwendungen bei der NASA sowie die Luftfahrtnorm ARP4761 der SAE International. International ist das Verfahren in der Norm IEC 61025 (EN 61025) unter der Bezeichnung «Fehlerzustandsbaumanalyse» standardisiert.