Marketing-Automation – digitale Nuggets und die damit verbundenen Dramen

Gastautor: Bruno Birri

95 % der Projekte im Online-Marketing scheitern. Das sage nicht ich als Autor dieser Zeilen, das sagen die Internet-Marketer selber. Zugegeben, ich habe hier ein wenig aufgerundet. Einer spricht «nur» von 93.5 Prozent!

Was sagen nun diese Zahlen aus? Vorerst überhaupt nichts, wenn nicht klar ist, worauf ich mit diesem Beitrag hinaus will.

Gold Nugget Planwagen
Marketing-Automation – digitale Nuggets und die damit verbundenen Dramen.
Copyright: Bruno Birri, Füllinsdorf

Wir leben in einer Zeit, die Digitalisierung zu einem riesigen Hype gemacht hat. Und immer, wenn ein Hype entsteht, tummeln sich da viele Hyper im Teich, die da gar nicht hineingehören.

Ich vergleiche es mit dem Goldrush im Wilden Westen. Der Hype – oder eben der Goldrausch –, der da entstanden ist, hat einige reich gemacht, doch die meisten sind verarmt.

Das Marketing zur Marketing-Automation

Digitalisierung bedeutet ganz einfach gesagt, sich an Prozessen zu orientieren. Im Prinzip geht es um Prozessmanagement. Input, Output und dazwischen werden Messgrössen eingebaut und anhand dieser Messgrössen wird der Output optimiert.

Ganz einfach, logisch und nachvollziehbar, wenn es um technische Dinge geht.

Doch im Online-Marketing und dessen Automatisierung geht es um Menschen. Es geht darum, dass der Output, oder hier im Online-Marketing die Conversion des Inputs auf den Output, optimiert wird.

Wenn nun das alles digital abläuft und der Mensch nur noch beim Output und der Conversion als Mensch tätig ist, dann bedingt dies, dass alles vorher standardisiert und in Prozessen vollständig durchautomatisiert wird. Von der Gewinnung der Interessenten bis zur Abwicklung der Zahlung.

Alles ist hochkomplex.

 

Mit digitalen Nuggets hat das aber nichts zu tun

Richtig, noch nicht. Die Nuggets kommen vor dem Input ins Spiel. Hier findet das Business der Online-Marketer statt. Und hier geht es darum, eine Leistung zu verkaufen, die sich an Versprechen orientiert, die zu 95 % nicht umgesetzt werden können.

Was verkauft nun der Online-Marketer?

«Wie ich mit einem E-Mail in drei Tagen 134.578 Euro Umsatz gemacht habe und wie Sie dies in 4 Wochen auch schaffen und sich dabei ein Leben in Freiheit leisten können».

Diese Headline wurde nun von mir kreativ gestaltet. Entspricht aber genau einer Headline, die zu einer guten bis sehr guten Conversion führt.

Was steckt nun für ein Angebot dahinter?

Ein Kurs mit 50 Videos. Ein E-Book, eine E-Mail-Serie etc. Viel Versprechen mit wenig Substanz und ohne Chance, das Zeug auch wirklich umzusetzen. Denn wie gesagt, Marketing-Automation ist hochkomplex und es geht darum, diese hochkomplexe Sache mit einfachen Worten raus zu hauen und sich dabei an den Bedürfnissen und der Gier der Menschen zu orientieren.

Diese Versprechen und die Verkäufe, die daran hängen, das sind die digitalen Nuggets.

Was hier läuft, ist teilweise so extrem, dass der Eindruck entstehen kann, dass das, was ich hier schreibe, wirres Zeug ist. Doch wer in der Thematik drin ist, der kennt das Problem zur Genüge. Und wir werden künftig zunehmend mit dieser Problematik konfrontiert.

Das ganz grosse Problem dabei: Sie sind als Laie nicht in der Lage, zu beurteilen, ob Sie nun einem digitalen Nugget-Verkäufer auf den Leim gekrochen sind oder ob man es mit Ihnen ernst meint.

Ich brauche eine Web-Seite

Richtig, Sie brauchen eine Web-Seite. Doch da beginnen schon die ersten Probleme. Sie brauchen nicht einfach eine Web-Seite. Sie brauchen eine konvertierende Web-Seite – und das ist eine ganz andere Nummer. Eine Web-Seite zusammenzuschrauben, ist heute keine Herausforderung mehr.

Aber eine Web-Seite muss konvertieren.

Eine Web-Seite ist das Eingangstor für Ihr Business. Für die Conversion Ihres Angebotes.

Und spätestens hier müssen Sie entscheiden: Wollen Sie eine schöne Web-Seite oder eine konvertierende Web-Seite.

Das ist die erste grosse Herausforderung, die sich stellt. Und da kann Ihnen ein Web-Master nicht helfen. Denn es beginnt vorher. Bevor Sie überhaupt nur an eine Web-Seite denken. Es beginnt bei Ihrer Positionierung. Denn die müssen Sie total überdenken. Ohne diese Arbeit gehen Sie im Dickicht der Angebote im Web hoffnungslos verloren.

Falsche Positionierung ist der erste grosse Fehler, den die meisten machen. Daher: Beginnen Sie NIE mit einer Web-Seite.

 

Zurück zu den digitalen Nuggets.

Was ich hier geschrieben habe, sagt Ihnen kein Internet-Marketer. Denn Positionierung lässt sich nicht digitalisieren!

Falsch: mittlerweile existieren auch hier digitale Angebote. Und es gibt Käufer, die glauben, dass mit Videos eine Positionierung möglich ist. Es gibt Verkäufer dieser digitalen Nuggets, die über Headlines Käufer dazu bringen, mit ihrem Business bei einer Wahrscheinlichkeit von 95 % in die Wand zu fahren.

Positionierung ist eine Arbeit, bei der man einander in die Augen schaut und der Dienstleister, der diese Positionierung mit dem Kunden vornimmt, Verantwortung für sein Tun übernimmt.

Das Ergebnis: Unfallfrei an der Wand vorbei – zu 100 Prozent.

 

Weitere Infos: https://www.brunobirri.ch

 

 

3 Comments for “Marketing-Automation – digitale Nuggets und die damit verbundenen Dramen”

says:

Oh ja, zu Anfang bin ich auch diesen Online-Marketern auf den Leim gegangen. Das hat sich alles so wunderbar einfach angehört…. bis man den Kurs gekauft hat. Die ersten Lektionen waren einfach und auch gut umzusetzen, doch dann ging es los…. mir fehlte einfach die Erfahrung und das technische Verständnis. Ich konnte das einfach nicht umsetzen und hätte noch viel, viel mehr Geld investieren müssen….
Aber das kennt wohl jeder, der versucht, sich im Internet ein Business aufzubauen. Nun, Jahre später, viel mehr Erfahrung später geht es jetzt so langsam los…. aber nix mit 134.578 Euro Umsatz in drei Tagen 🙁 ….. mühsam, langsam aber dafür mit viel Herzblut für meine Leser….
Danke für diesen tollen Artikel, lieber Bruno

says:

Ich denke, das ist der Schlüssel zum Erfolg im Web: Dranbleiben. Durchhalten. Nicht aufgeben und vor allem: Es aushalten, wenn es nicht sofort läuft. Die meisten geben zu früh auf und ändern die Strategien bevor diese überhaupt eine Chance hatte, zu greifen.

Gerade das Aushalten ist eine grosse Herausforderung. Hinzu kommt, dass man mit den richtigen Leuten umgeben sein muss.

Dann, das sollte man auch beachten: Authentisch sein. Nicht dieses Kriegsgeschrei mitmachen und ganz serös die Sache – teilweise über Jahre – aufbauen.

Viel Erfolg, beim Durchhalten.

says:

Voll ins Positionierungs-Schwarze getroffen. Ich erlebe es in Gesprächen auch immer wieder, dass das Alleinstellungsmerkmal bei den KMUs oft unklar ist. Ich tappe ja selbst in diese Falle immer wieder.

Die Marketingangebote im Internet sind so unendlich, die Newsletter-Eingänge fressen Zeit und somit ist der Fremd-Suggestion Tür und Tor geöffnet. Die natürliche (Neu)Gier des Menschen bietet Einfallstore, wo man kein Troja-Pferd mehr braucht.

Kein Online-Kurs kann eine Beratung ersetzen. Die Weiterentwicklung geht am besten in gemeinsamen Gesprächen, ob telefonisch, per Video-Konferenz oder im persönlichen Gespräch.

Mir scheint es manchmal, dass im digitalen Zeitalter die Menschen verlernen sich zu unterhalten. „Glasplatten-Kommunikation“ führt vielleicht zu mehr Konversion. Menschliche Kommunikation führt garantiert zu mehr Persönlichkeit.

Hinzu kommt die menschliche natürliche Gier immer schneller, höher, weiter … zum Burn Out, getrieben von Zahlen und Daten.

Wenn Gier zur Neugier auf neues interessantes, die eigene persönliche Weiterentwicklung im Interesse des Unternehmens und der Menschen wird … vielleicht begeben wir uns dann wieder in eine bessere Richtung.

Positionierung ist knallharte Hirn-Arbeit. Und wenn das Gehirn im Ruhezustand schon etwa 20% Energie braucht, dann können oder wollen Menschen diese Energie nicht aufbringen. Wenn die Energie des Körpers wegen Zahnschmerzen schwindet, gehen Menschen zum Zahnarzt. Sie finden aber oft weniger den Weg zu einem Berater, dem erstmal am Anfang Konversionraten völlig am Arsch vorbei gehen.

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