«Kommandieren und Kontrollieren» – der richtige Führungsstil?

Autor: Alexander Disler

Viele Führungskräfte verfolgen heutzutage nach wie vor den Führungsstil von «kommandieren und kontrollieren», dabei gilt in Zeiten der digitalen Transformation vermehrt der Wunsch der Mitarbeiter, dass auf Augenhöhe kommuniziert und auch mit viel Eigenverantwortung geführt wird.
Dies zeigt eine Studie der Boston Consulting Group, welche 2019 in den USA, China, Grossbritannien, Deutschland und Frankreich, bei 1’500 Managern durchgeführt wurde. Erkenntnisse aus der Studie zeigen zwei unterschiedliche Welten auf, es herrscht dabei eine richtige Kluft:

  1. Die «alte» Welt
    Der gestandene heutige Manager ist meistens noch in der alten Welt von «Kommandieren und Kontrollieren» gross geworden. Dieser Führungsstil hat er für sich übernommen und wendet ihn auch noch heute an. In den letzten Jahren musste er feststellen, dass neuerdings in vielen Organisationen komplett andere Führungsgrundsätze gelten. Anstelle von Alphatieren sind Motivatoren gefragt. Dabei stellen die gestandenen Manager auch fest, dass klassische Linienkarrieren vielerorts obsolet geworden sind,
    Die gestandenen Manger realisieren diese Kluft sehr wohl, auch dass sie mit den bisherigem Führungsstil
    bei den jungen Mitarbeiter nicht mehr ankommen. In der Studie gab fast die Hälfte der Befragten an, «weniger motiviert» als in der Vergangenheit zu sein. Lediglich 41% bejahten die Frage, ob bei ihrem Job die Vorteile die Nachteile überwögen. Und nur jeder dritte Umfrageteilnehmer sagte, er bevorzuge es, in den nächsten fünf bis zehn Jahren Manager zu bleiben. Erschreckend viele Führungskräfte haben anscheinend Mühe mit ihrer Tätigkeit. Es gibt denn derzeit wohl nichts Schlimmeres für einen Manager alter Schule, als die Stelle zu verlieren und festzustellen, dass es nicht mehr darum geht, Stufe um Stufe in einer Firmenhierarchie aufzusteigen.
  2. Die „neue“ Welt
    Junge oder junggebliebene Manager haben erkannt, dass der alte, bisherige Führungsstil «Kommandieren und Kontrollieren» überholt ist. Als Führungskraft und Vorgesetzter nehmen sie die Rolle des Motivators ein, welcher mit den Mitarbeiter auf Augenhöhe kommuniziert und ihnen viel Eigenverantwortung gewährt. Dabei verliert der Vorgesetzte nie die entsprechenden Ziele aus den Augen, gewährt den Mitarbeitern Mitsprache und Mitbestimmung bei Zielfixierungen, Strategieansätzen und Projektumsetzungen.
    Der Führungsstil als Motivator ist für ein Vorgesetzter ein sehr anspruchsvoller und fordernder Führungsstil, er lohnt sich aber!
    Dabei stellt sich die Frage, ob es genügend qualifizierte Nachwuchs-Manager  gibt, die bereit sind, ein MEHR zu leisten. Die Studie beantwortet auch dies, nämlich, dass es genügend junge Leute gibt, die den Willen und die Fähigkeit zur Übernahme von Führungsaufgaben besässen. Die Nachwuchs-Manager verstehen es, auch anspruchsvolle Projekte mit dauernd wechselnden Anforderungen zu führen. Dem Kadernachwuchs wird dies ja schon in der heutigen Ausbildung eingeimpft.

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