Journalismus 4.0

Autor: Alexander Disler

Die Entwicklung von Text- und Schreibroboter:

Textroboter

Textroboter finden vermehrt in den verschiedensten Bereichen Einsatz, so schreiben sie bereits Sportnachrichten, Börseninformationen, Klatschnachrichten, den täglichen Wetterbericht und vieles mehr. Textautomaten sind auf dem Vormarsch und nicht nur für klassische Medienunternehmen geeignet, sondern auch für alle Unternehmen, die viel Kundenkontakt haben. Denn wer viel Kundenkontakt hat, hat auch viele und vor allem unterschiedliche Kommunikationskanäle zu bedienen und braucht deshalb viele ähnliche, aber dennoch unterschiedliche Texte. Zudem soll der jeweilige Text zielgruppenkonform und einzigartig sein.

Mittels eines Textroboters spart man viel Zeit und damit auch Kosten. Insbesondere beim Einsatz bei unterschiedlichen Online-Shops, welche alle einen anderen Produkte-Textbedarf haben, lässt sich viel Arbeitseinsatz sparen. Heutige Textroboter-Systeme arbeiten nicht einfach mit Synonymen, sondern lernen, die Texte zu verstehen, sodass die Qualität der automatisierten Texte sehr hoch ist. Damit werden die Texte leserfreundlich, ein nachträgliches Gegenlesen entfällt.

Bei der Lancierung von neuen Produkten können Textroboter ganz einfach die neuen Produkteigenschaften übernehmen und entsprechende individuell auf die Zielgruppe modifizierte Texte erstellen, egal, ob dies nun für zehn oder für 100 Bereiche ist. Die Textroboter-Systeme definieren aber auch die Texte und Keywörter nach den Suchmaschinen-Suchroutinen und optimieren die entsprechenden Texte nach SEO-Vorgaben.

Es gibt bereits stark ausgereifte Software (u.a. uNaice (AX Semantics), spheer (Kontrast) oder Textbroker), mit denen, wenn mit den richtigen Daten versehen, Texte und Nachrichten aller Art aufbereitet werden können.

Allen automatisierten Systemen gemein ist, dass Textroboter bei emotionalen Beschreibungen und bei weiterführenden Schlussfolgerungen noch einige Schwächen haben. In dieser Hinsicht ist der Mensch nach wie vor im Vorteil. Die smarten Systeme können zwar mit einer quasi unbegrenzten Menge an Daten abgefüllt werden, daraus aber Gefühle in Texten auszudrücken oder eine weiterführende Schlussfolgerung darzustellen, ist heutzutage noch nicht möglich.

Dennoch ist der Textroboter in vielen Bereich gut einsetzbar, wenn es um Publikationen geht, welche zeitkritisch und seriell produziert werden sollen. Dabei geht es vor allem um eine reine Replikation von vorhandenen faktenorientierten Informationen, wie bei

  • E-Commerce (z. B. Produktbeschreibungen, Kategorienseiten, Produktvergleiche usw.)
  • Funktionale Texte (z.B. Geschäftsberichte, Analysen, Beratungstexte, individuelle Newsletter für E-Mail-Kampagnen usw.)
  • Publishing-Inhalte (z.B. Wettervorhersagen, Sportberichte, Börsenanalysen, News usw.)

Guter Content (Textinhalt) ist nach wie vor entscheidend. Der Mensch kommt da zum Tragen, wo personalisierte, emotionale Kommunikation verlangt wird, wie bei:

  • Personalisiertem Schreiben
  • E-Mails
  • Fachbeiträgen
  • oder technischen Beschreibungen

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass ein Textroboter die gleichen Anforderungen wie ein Industrieroboter erfüllt: Effizienz und Schnelligkeit. Dabei liefert ein Textroboter vor allem fehlerfreie Texte ohne Tippfehler und dies dazu in x verschiedenen Sprachen.

Empfehlung: Sollten Sie den Einsatz von Textrobotern (z.B. für Onlineshops) in Ihrem Unternehmen prüfen, so machen hybride Lösungen am meisten Sinn. So kann ein Textroboter heute vor allem im Bereich der standardisierten Texte eingesetzt werden. Bei der direkten Kundenkommunikation und der Individualisierung der Kundenbeziehung empfiehlt es sich, weiterhin auf die menschliche Expertise zu setzen.

 

Schreibroboter

Handschriftliche Nachrichten und Briefe werden von Nutzern als hochwertiger und nachhaltiger wahrgenommen, zudem vermittelt eine Handschrift Emotionen und Individualität. Dass dies so ist, hat sicherlich auch mit der wachsenden elektronischen Datenflut zu tun: Täglich brechen zig MB an elektronischen Informationen und Nachrichten über den Nutzer herein, nicht zuletzt durch die sozialen Medien wie Whatsapp, Facebook oder SMS.

Dabei hat ein von Hand angeschriebener Brief beinahe eine 100 %-ige Öffnungswahrscheinlichkeit, entgegen einem E-Mail, welches (wenn es gut gemacht ist) auf maximal ca. 23 % Öffnungswahrscheinlichkeit kommt (Studie 2016 newsletter2go.de). Es macht also sehr wohl Sinn, seine Kommunikationsbotschaften mit einem Schreibroboter aufzupeppen.

Die ersten Schreibroboter wurden bereits 1964 entwickelt und eingesetzt. Dabei wurden sie in erster Linie für Unterschriften bei Verwaltungen, Banken und Versicherungen verwendet. Noch heute werden solche Schreibroboter, vor allem bei Staatschefs und der allgemeinen Verwaltung, zum Unterzeichnen von Dokumenten eingesetzt. Dabei kommt der Sicherheit (Zugriffsberechtigung zum Schreibroboter) eine grosse Bedeutung zu.

Erst später realisierte die Marketing- und Werbeindustrie deren Möglichkeiten und Chancen. Denn heutige Schreibroboter können nicht nur eine Unterschrift erstellen, sondern ganze Texte in jeder erdenklichen Handschrift und mit individuellem Schreibwerkzeug. Der Unterschied zum handgeschriebenen Text ist für den Leser nicht sichtbar.

Dabei kann ein Schreibroboter 24h/365Tage eingesetzt werden und macht keine Fehler. Aber ganz ohne Menschen geht es nicht, denn die Tintenpatrone will aufgefüllt oder der Schreibstift ausgewechselt werden.

Beispiel eines Schreibroboters:

Quelle: Druckerei Robert Hürlimann, Zürich

Empfehlung: Peppen Sie Ihre analoge Marketingkampagne mit digitalen Hilfsmitteln auf, Sie werden überrascht sein, wie hoch der Rücklauf ist.

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